Panama Kuriositäten
Panama hat eine Menge zu bieten, ganz gleich ob man dieses kleine Land als Urlauber besucht oder ob man sich hier etwas genauer umschaut, um vielleicht nach Panama auszuwandern.
In jedem Fall aber gibt es hier auch einige Kuriositäten zu bewundern, wenn man mit offenen Augen durch die Lande zieht. Beispiele gefällig ? Biddesehr:
Viehherden mitten auf der Straße. OK, gibt’s auch anderswo, ist mir aber in Deutschland beispielsweise nie passiert.

Dann in der Haushaltswaren-Abteilung eines Warenhauses: Ich glaube kaum, dass die gleichnamige berühmte, Millionen Platten verkaufende Heavy-Metal-Band jetzt irgend etwas mit Glasschüsseln zu tun hat, he he..

Ja, wenn wir schon beim Einkaufen sind und mal Klopapier brauchen, dann finden wir hier und da auch mal deutsche Markenware im Regal.

Manch einer fährt wohl gern mal in die Berge oder ans Meer, geht wandern und vergisst doch tatsächlich, wo er sein Auto abgestellt hat. Hmm, ich würde mich mal zu der Vermutung hinreißen lassen, dass diese beiden Fahrzeuge mindestens mal ´ne neue Batterie brauchen, wenn die Besitzer dann doch mal zurückkehren…


Ja, und wer hat noch nicht von den fabelhaften, paradiesischen San-Blas-Inseln gehört, mit wirklich traumhaften Stränden und einer nahezu vollkommen autonomen, indigenen Bevölkerung.
Diese Autonomie haben sich die Kuna-Indios auch hart erkämpft bzw. verteidigt, zuletzt im blutigen Aufstand im Jahre 1925.
Bei allem Respekt, aber das Kuriose daran ist ihre Revolutions-Flagge aus dieser Zeit, die auch heute noch an nahezu jedem Haus, jedem Boot und auf jedem Plakat sichtbar ist.


Panama ist aber natürlich nicht nur kurios. Man kann hier wirklich sehr gut leben, mit kleinem oder auch mit größerem Geldbeutel.
Was macht Panama eigentlich so interessant zum Leben ? Was bietet das Land, was andere Auswanderungsziele nicht bieten ? Worauf muss man in Panama vielleicht auch verzichten ? Das alles habe ich mir vor einiger Zeit auch wohl überlegt, nachzulesen HIER !



Ich bin alles andere als ein Handwerker und habe von Hausbau null Ahnung. Aber ich bin lernfähig und möchte darum versuchen, so viel wie möglich selber zu machen. So habe ich mir erst mal eine provisorische Küche eingerichtet, besser als gar keine. Das reicht, um mir mal eine Suppe warmzumachen. Händewaschen und Duschen ? Klar, der Gartenschlauch ist erst mal lang genug. Fließend Wasser ? Habe ich, doch hat es mich zwei Tage harte Arbeit gekostet, die Zuleitung auf etwa 20 Metern Länge in die Erde zu buddeln. Bei 30 Grad. Dankenswerterweise habe ich keine Steine oder Felsen im Boden, der dazu durch den Regen auch sehr weich ist. Worüber soll ich mich also beschweren ? Der Besitzer dieses Hauses hier wird eines Tages wohl wesentlich mehr Arbeit haben als ich…

Warum sich aber ausgerechnet eine wunderschön anzusehende Korallenschlange in diesem Müll wohlgefühlt hat, bleibt mir ein Rätsel. Fragen kann ich sie nicht mehr, denn mein Arbeiter hat sie beim Müllsammeln entdeckt und sicherheitshalber gleich erledigt. Ob sie zu den giftigen Korallen-Ottern gehört, konnte ich auch durch intensives „gugeln“ nicht herausfinden, im Zweifelsfall aber ja. Jedenfalls habe ich sie gleich in Alkohol eingelegt und für die Nachwelt bewahrt.






Da flitzen alle runter zum Ufer und fangen an, fleißig Bierdosen einzusammeln und vors Haus zu bringen. Nach etwa drei Minuten sage ich „Stopp!“ und sehe mir das Ergebnis an. Nachzählen tut hier natürlich niemand, ich küre einen Gewinner und überreiche ihm den Golfball. Boah, die Freude ist groß, und weiter geht’s.
Ja, was willste sonst machen bei so ´nem Schmuddelwetter ? Ich freue mich hier auf die Strände und die wirklich unberührte, unerforschte Natur und hoffe einfach, dass morgen besseres Wetter ist.






Stromleitungen werden hier ausschließlich überirdisch verlegt. Wasserleitungen ebenso, manche schaffen es aber, sie wenigstens ein paar Zentimeter unter die Erde zu legen.
Schulkinder tragen in Panama ausnahmslos Schuluniformen, zu erkennen an weißem Hemd / weißer Bluse und blauer Hose / blauem Rock. Sie sind während der Schultage ganztägig zu sehen, da der Unterricht aus Kapazitätsgründen für die einen am Vormittag und die anderen am Nachmittag stattfindet. Die staatlichen Schulgebäude sind ebenfalls weiß und blau.
Abholzung und die damit verbundene Zerstörung des Waldes lassen riesige Freiflächen für Viehhaltung und Siedlungsprojekte entstehen. Kahle Böden ohne Pflanzen oder Bäume können aber nun mal kein Wasser speichern. Der Grundwasserspiegel sinkt, Bäche und Flüsse, auch große, führen Niedrigwasser oder trocknen ganz aus, weil ihnen das schützende Blätterdach fehlt. Der natürliche Zyklus des Regenwaldes aus Verdunstung, Wolkenbildung, Regen, Verdunstung, Wolkenbildung, Regen u.s.w ist durch zunehmende Versteppung der Landschaft gestört.
Zum Baden fahre ich mittlerweile nicht mehr so oft an den Pazifik-Strand, sondern an den Zaratí. Der Fluss ist sehr sauber und hat an vielen Stellen sogar kleine Badebuchten mit richtigem weißen Sand. Herrlich ! Ein echter Geheimtipp !
Ich hörte von einem Amerikaner, der hier ganz in meiner Nähe eine Permakultur-Farm betreibt, die Finca Los Perezosos, etwa 25 Minuten nördlich von Penonomé. Wer´s noch nie gehört hat: Permakultur beruht im Wesentlichen auf der Schaffung und der Einhaltung natürlicher Kreisläufe bei der Kultivierung von Nutzpflanzen und der Haltung von Tieren. Alles ergänzt sich, hält sich gegenseitig Schädlinge vom Hals und gedeiht fast ohne menschliches Eingreifen – so mein bisheriger Wissensstand knapp zusammengefasst. Dazu gleich mehr.
Ein paar Schritte hinunter zum Flußufer und da steht sie: Eine Zuckerrohr-Presse ! Zuckerrohr gehört in Panama und auch speziell hier in der Coclé-Provinz zu den meist angebauten Kulturen. Kein Wunder also, das sich hier viele Bauern mit dem Anbau, dem Verkauf und der Verarbeitung von Zuckerrohr ihren Lebensunterhalt verdienen.
Bei dieser Zuckerrohr-Presse wird nun ein Pferd eingespannt, welches im Kreis um die Presse herumläuft. Zwei gegeneinander rotierende Walzen werden dadurch in Bewegung gesetzt. Zwischen diese Walzen wird das Zuckerrohr dann eins nach dem anderen hindurchgeführt und ausgepresst. Der Saft wird in ein untenstehendes Gefäß geleitet, getrocknet bis er kristallisiert, und dann weiterverarbeitet.
Der Spuk dauert noch etwa eine halbe Stunde, dann klart es wieder auf und wir machen uns auf den Weg zum eigentlichen Ziel, der Finca Los Perezosos. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der „La Iguana“ vorbei, einem kleinen Öko-Resort mit Restaurant. Wir kehren ein, bestellen uns ein recht ordentliches Mittagessen mit Kartoffeln, Schweinefleisch und Hühnchen.
Typische Panama-Küche, aber recht gut. Abwechslung darf man diesbezüglich hier nicht erwarten.
Wir fahren weiter und kommen an die Finca Los Perezosos. Das Wort „perezoso“ bedeutet so viel wie „faul“ oder „bequem“ und der Name der Finca rührt eben daher, dass die Permakultur-Methode es den Bauern eben erlaubt, „faul“ zu sein, da alles seinen natürlichen Kreisläufen folgt, ohne dass der Mensch großartig eingreifen muß.
Eine Stahlbrücke führt über den Fluß bis zur Finca, sie ist offenbar für Fahrzeuge geeignet. Ich traue dem Braten aber noch nicht, und wir beide gehen zu Fuß rüber. So sieht man auch viel mehr. Natürlich ist die Finca eingezäunt. So bleiben wir heute nur in der Nähe des Flusses, machen ein paar Fotos und lauschen dem Rauschen des Wassers. Mir ist klar, dass ich hier nochmal alleine her muss, mit etwas mehr Zeit, um vielleicht einen Ortskundigen zu treffen oder gar den Besitzer.