Autokauf in Panama – Januar 2016
Dem ganzen Thema “Autokauf in Panama” werde ich in nächster Zeit mal ein eigenes Kapitel widmen. Nicht dass ich hier in Panama unzählige Autos gekauft hätte. Nein, ich suche seit September nur nach einem vernünftigen Gebrauchtwagen. Denn ich brauche endlich ein eigenes Auto hier in Panama, welches auch in mein Budget passt.
Ich nehme es mal vorweg: Alle bekannten Automarken sind in Panama vertreten. Wer das Budget für ein Neufahrzeug hat, der sollte sich nach Möglichkeit auch einen Neu- oder Jahreswagen bei einem autorisierten Händler kaufen. Der erledigt auch den ganzen Papierkram. Wer dagegen so wie ich ein schmales Budget für ein gebrauchtes Fahrzeug veranschlagt hat, der braucht ein bisschen Zeit und Geduld beim Suchen.
Meine Kriterien für einen Gebrauchtwagen sowie meine Suchmethoden habe ich ja hier schon einmal beschrieben. Eigentlich wollte ich einen Diesel. Jetzt ist es ist ein unauffälliger Nissan X-Trail geworden. Ein Benziner, aber ich wollte jetzt auch nicht länger suchen.
Probefahrt und Kaufvertrag
Mit dem Händler bin ich mir nach einer Probefahrt und einer genauen Prüfung recht schnell einig. Der Wagen ist nicht perfekt und auch nicht meine erste Wahl muss ich gestehen, aber es ist ein großes Fahrzeug mit Allrad-Antrieb und viel Bodenfreiheit. Genau das ist es, was ich hier brauche.
Mit dem Autokauf in Panama kenne ich mich noch nicht besonders gut aus. Kann ich dem Händler trauen ? Wird er den Papierkram erledigen ? Also, einfach so vertrauen kann man grundsätzlich keinem Autohändler, in Deutschland nicht und hier als Fremder schon mal gar nicht.
Den Papierkram und die Anmeldung wird er erledigen, er nimmt dafür nur stolze 190 Dollar. Das steht auch so ausgeschildert in seinem Büro. Ich lasse mich darauf ein, weil ich mich mit dem Papierkram und der Ummeldung jetzt noch nicht auskenne. Das wird sich künftig aber ändern!
Jetzt wird’s spannend: Die Bezahlung. Ich möchte bar bezahlen, ja das geht. Natürlich habe ich so eine Summe nicht in der Tasche und kann sie mit einer Kreditkarte wegen des Auszahlungs- Limits von eintausend Dollar täglich auch nicht an einem Tag abheben.
Ich gehe also kurz vor 17 Uhr zum Geldautomaten und hebe 1000 Dollar ab. Ich warte ein paar Minuten, dann beginnt in Deutschland wegen der Zeitverschiebung schon ein neuer Tag, und ich kann wieder 1000 Dollar abheben.
Gut dass ich eine DKB Visa Kreditkarte habe. Ich habe auch meine zweite Kreditkarte dabei, das selbe Spiel. Der Geldautomat ist in der Nähe des Autohändlers, so muss ich das viele Geld nicht durch die Stadt schleppen. Ich leiste die Anzahlung und lasse sie mir vom Händler quittieren. Am nächsten Tag bringe ich einen Bekannten mit, der ein bisschen mit aufpassen soll mit dem Kaufvertrag und so weiter, sowie die restliche Summe, die ich schon vorrätig hatte.
Der Händler, der übrigens gut englisch spricht, macht den Kaufvertrag fertig, mein Begleiter prüft ihn gewissenhaft, alles OK.
Wichtig ist auch zu prüfen, ob der Vorbesitzer auch jedes Jahr lückenlos seine Zulassung erneuert und damit seine KFZ-Steuer entrichtet hat. Etwaige Außenstände würden dann auf den Nachfolger, also mich, übergehen. Die entsprechenden Belege müssen bei den Fahrzeugpapieren dabei sein ! Auch hier alles OK.
Ich bekomme zunächst die Kopien der Fahrzeugpapiere, die logischerweise noch auf den Vorbesitzer lauten. Da ich bezahlt habe, kann ich den Wagen jetzt gleich sofort mitnehmen. Mit den Originalpapieren geht der Händler heute oder morgen zur Zulassungsstelle, lässt sie auf mich umschreiben und wird sie mir vertragsgemäß per Kurier nach Penonomé senden. Ist hier alles ein bisschen anders als bei uns.
Zulassung und Versicherung
Ich schließe beim Händler eine Haftpflicht-Versicherung ab, das ist auch hier, wie der Name schon sagt Pflicht, wähle die höchstmögliche Deckungssumme, das sind hier nur 10.000 Dollar, das war es.
Die Zulassung eines PKW ist hier in Panama immer nur ein Jahr gültig und der jeweilige Fahrzeughalter muss sie im entsprechenden Monat erneuern. Bei mir ist es der März, also schon bald.
Wie und wo ich das machen muss, weiß ich jetzt noch nicht genau, aber ich hoffe dass Freunde und Bekannte mir da mit ihrer Erfahrung helfen können. Dann kann ich dem Thema auch bald ein eigenes Kapitel widmen und meine Erfahrungen weitergeben. Übrigens kamen die Originalpapiere mit meinem Namen nach drei Tagen korrekt bei mir an !









Auf mein Auto kann ich mich verlassen, ich packe mir meinen Tagesrucksack fertig und mache mich auf den Weg zu den
Ein Schild sagt mir dass ich hier noch etwa 27 km zu fahren habe.
Pazifik vom Atlantik trennt.

Senor Pedro stellt sich mittlerweile als ein recht gebildeter und weltoffener Geselle heraus, was man seiner einfachen traditionellen Kleidung und Lebensweise zuerst gar nicht so anmerkt. Er ist ein recht hoher Beamter und war auch schon mehrmals in den USA, hat also schon etwas mehr von der Welt gesehen als viele andere in seiner Umgebung.
Wir kommen an den Fluß „Nuestro Amo“, dessen Quellgebiet nur etwa sieben Kilometer weiter nördlich liegt. An diesem Fluß liegt die Finca. Sie ist stark zugewachsen und wir können Sie nur teilweise begehen. Mehr muß ich hier nicht erwähnen, dieser entfernte Landstrich ist für eine Abenteuerfahrt super, zum Wohnen aber nicht.
Ich hörte von einem Amerikaner, der hier ganz in meiner Nähe eine Permakultur-Farm betreibt, die Finca Los Perezosos, etwa 25 Minuten nördlich von Penonomé. Wer´s noch nie gehört hat: Permakultur beruht im Wesentlichen auf der Schaffung und der Einhaltung natürlicher Kreisläufe bei der Kultivierung von Nutzpflanzen und der Haltung von Tieren. Alles ergänzt sich, hält sich gegenseitig Schädlinge vom Hals und gedeiht fast ohne menschliches Eingreifen – so mein bisheriger Wissensstand knapp zusammengefasst. Dazu gleich mehr.
Ein paar Schritte hinunter zum Flußufer und da steht sie: Eine Zuckerrohr-Presse ! Zuckerrohr gehört in Panama und auch speziell hier in der Coclé-Provinz zu den meist angebauten Kulturen. Kein Wunder also, das sich hier viele Bauern mit dem Anbau, dem Verkauf und der Verarbeitung von Zuckerrohr ihren Lebensunterhalt verdienen.
Bei dieser Zuckerrohr-Presse wird nun ein Pferd eingespannt, welches im Kreis um die Presse herumläuft. Zwei gegeneinander rotierende Walzen werden dadurch in Bewegung gesetzt. Zwischen diese Walzen wird das Zuckerrohr dann eins nach dem anderen hindurchgeführt und ausgepresst. Der Saft wird in ein untenstehendes Gefäß geleitet, getrocknet bis er kristallisiert, und dann weiterverarbeitet.
Der Spuk dauert noch etwa eine halbe Stunde, dann klart es wieder auf und wir machen uns auf den Weg zum eigentlichen Ziel, der Finca Los Perezosos. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der „La Iguana“ vorbei, einem kleinen Öko-Resort mit Restaurant. Wir kehren ein, bestellen uns ein recht ordentliches Mittagessen mit Kartoffeln, Schweinefleisch und Hühnchen.
Typische Panama-Küche, aber recht gut. Abwechslung darf man diesbezüglich hier nicht erwarten.
Wir fahren weiter und kommen an die Finca Los Perezosos. Das Wort „perezoso“ bedeutet so viel wie „faul“ oder „bequem“ und der Name der Finca rührt eben daher, dass die Permakultur-Methode es den Bauern eben erlaubt, „faul“ zu sein, da alles seinen natürlichen Kreisläufen folgt, ohne dass der Mensch großartig eingreifen muß.
Eine Stahlbrücke führt über den Fluß bis zur Finca, sie ist offenbar für Fahrzeuge geeignet. Ich traue dem Braten aber noch nicht, und wir beide gehen zu Fuß rüber. So sieht man auch viel mehr. Natürlich ist die Finca eingezäunt. So bleiben wir heute nur in der Nähe des Flusses, machen ein paar Fotos und lauschen dem Rauschen des Wassers. Mir ist klar, dass ich hier nochmal alleine her muss, mit etwas mehr Zeit, um vielleicht einen Ortskundigen zu treffen oder gar den Besitzer.
In der Ferne sehe ich einen Wasserfall die Felsen herabstürzen und halte die Richtung. Dann geht die Straße plötzlich in eine Schotterpiste über und nach wenigen Metern komme ich an einen breiten, reißenden Fluss, der sich nur über eine schmale Betonbrücke überqueren lässt, die ins Flussbett eingelassen ist. Hmm.., soll ich mit dem Auto da rüber ? Da durch ? Und auf der anderen Flussseite die steile Böschung wieder hoch ?
Er fährt zurück, ich auch, und ich komme an einer Siedlung vorbei. Sie heißt „El Chorro“. Dort steige ich aus, sehe mich ein bisschen um und frage einen vorbeikommenden Anwohner, ob es hier einen Kiosk gibt wo ich etwas trinken kann. Ja gibt es, und so lerne ich Senor Pedro kennen. Aus der Unterhaltung mit ihm ergibt sich eine Verabredung für übermorgen, er möchte mir die
Ich finde einen Suzuki Jimny und miete ihn für zwei Wochen bei „Dollar Rent a Car“, nachdem ich zäh verhandelt habe – für 740 Dollar. Es gibt auch günstigere Kleinwagen, aber eben nur „normale“ Pkw´s, die auch nur für die normalen Straßen reichen. Alles was ich zum Auto mieten brauche ist Reisepass, Führerschein und Kreditkarte. Trotz einiger Sprachbarrieren klappt die Anmietung reibungslos, wir machen ein Übergabeprotokoll, ich sehe mir den Wagen rundherum genau an, und fertig. Also nicht anders als bei uns auch.

