Überall zu Hause
Jetzt bin ich ziemlich genau drei Jahre hier in Panama. Leute, die Zeit vergeht… Aber sie vergeht nicht ohne Spaß, nicht ohne Abenteuer und auch nicht ohne neue Erfahrungen und Erlebnisse, die ich in meinem „normalen“, bürgerlichen Deutschland-Alltag wohl nie gemacht hätte. Der vergangene Oktober 2018 ist ein Beispiel dafür, was in einem ziemlich langweiligen, verregneten Monat doch so alles los sein kann und warum ich mich mittlerweile überall zu Hause fühle hier in Panama.
Pedasi
Zunächst einmal habe ich die Provinz Los Santos und speziell das kleine Städtchen Pedasí bisher sträflich vernachlässigt. War mir bis jetzt irgendwie zu weit weg. Blödsinn eigentlich, denn vom nicht ganz so beschaulichen Aguadulce brauche ich gerade mal zweieinhalb Stunden bis nach Pedasí, nicht länger also wie ein Berliner, der mal hoch an die Ostseeküste fährt oder ein Rheinländer, der mal eine Tour an die holländische Nordseeküste macht.
Pedasi gefällt mir so gut, so dass ich zwei Wochen später noch ein zweites Mal dort hin fahre. Besonders ins Herz geschlossen habe ich „Tia Libia“, die eine kleine Bäckerei betreibt, wo es leckere Backwaren, und vor allem Brötchen und Baguette nach europäischer Art gibt ! Übernachten kann ich bei Freunden, so dass ich mir in Pedasi auch einige schöne Strände und Sonnenuntergänge in aller Ruhe anschauen kann.
Pedasi ist mitsamt seiner Umgebung ein sehr beliebter Ort bei Touristen und auch bei Auswanderern aus aller Welt. Das hat natürlich auch seinen Preis wenn es um Hauskauf oder Miete geht. Dass es auch anders geht, mitten in Pedasi, dazu komme ich gleich.
Boquete und Las Lajas, Chiriqui Provinz
Anfang Oktober hat mich eine Besucherin aus Deutschland gebeten, ihr bei einigen organisatorischen Dingen hinsichtlich Auswandern nach Panama zu helfen und ihr ein wenig von Panamas Chiriqui-Provinz zu zeigen. Das führte mich für ein paar Tage zuerst nach Boquete. Dieses Städtchen gehört ebenfalls zu den beliebtesten Urlaubs-und Auswanderungszielen in Panama. Seit einiger Zeit gehört es allerdings auch zu den größten Katastrophen des Landes.
Seit über zwei Jahren dürften mittlerweile gefühlt ALLE Straßen der Stadt aufgerissen und durchlöchert sein. Eigentlich sollte das Wasserleitungs-Netz erneuert und dabei gleich die Straßen neu asphaltiert werden. Eigentlich sehr löblich. Doch das ganze Unterfangen dauert nun schon erheblich länger als geplant, und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Ort ist durch die Bauarbeiten verstaubt, man kann kaum zehn Meter am Stück unfallfrei laufen und ständig fallen Strom oder Wasser aus. All das ist sicher nicht gut für die vielen Touristen, die nach Boquete kommen. Diese müssen das alles aber bestenfalls ein paar Tage aushalten. Viel schlimmer haben es da die Anwohner und vor allem die Geschäftsleute, die wirklich klasse Hotels, Restaurants oder alle Art von Geschäften betreiben. Ihnen wünsche ich alles Gute, dass sie diese Zeit irgendwie überstehen.
Meine Lieblings-Stellen in Boquete:
Mike´s Global Grill (Bar, Restaurant mit Livemusik)
Boquete Brewing Company (Brauhaus)
Sugar & Spice (Bäckerei, Konditorei, Restaurant)
Pension Topas (Hotel, Hostel, Pension)
Wer das Hochland mag, aber nicht unbedingt in Boquete wohnen möchte, der kann sich ja HIER oder auch HIER mal umschauen !
In Las Lajas machen wir auf dem Rückweg Station im Las Lajas Beach Resort, direkt am Strand ! Super schöne Anlage mit Bar, Pool, nettem Personal und eigenem Strand. Offensichtlich ein sehr gefragtes Resort, wie ich den recht vielen Gästen zu dieser eher tristen Jahreszeit entnehme, noch dazu mitten in der Woche.
Schulfest auf dem Dorf
Kaum zurück aus Chiriqui, ruft mich meine Nachbarin an und lädt mich zu einem Schulfest an ihrer Schule ein. Dort ist sie Englisch-Lehrerin. Die Kinder aller Altersstufen haben sich jeweils mit den Gebräuchen und Traditionen einer Provinz Panama´s beschäftigt und führen Tänze, Gesänge, Kostüme und kleine Schauspiel-Einlagen vor. Klasse, was die Kids hier aufs Parkett ihres Schulhofes gelegt haben !
Ob das reguläre Schulsystem hier in Panama ebenso klasse ist, wage ich zu bezweifeln. Immerhin sprechen die Kids an dieser Schule aber schon mal gutes Englisch !
Wasserfall-Tour in Coclé
Nicht weit von mir gibt es zwei wunderschöne Wasserfälle, welche beide recht gut zu erreichen sind. Vor einem Jahr hatte ich diese beiden Wasserfälle auch zum ersten Mal besucht und etwas drüber geschrieben. Eine Urlauber-Familie aus Deutschland fragte mich, ob ich ihnen diese beiden Wasserfälle zeigen könnte. Klar, gerne, sage ich, und ich hole sie morgens um 8.30 in ihrem Hotel ab.
Wir haben Glück mit dem Wetter und wir sind am Nachmittag wieder heil und trocken zurück im Hotel. Spaß hat´s gemacht !
Santa Fé, Veraguas
Ja, wir sind immer noch im Oktober und von Langeweile keine Spur.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit zwei jungen Familien aus Deutschland, die bereits im Frühjahr hier waren und beschlossen haben, künftig in Panama zu leben. Eine Familie hat sich erst einmal in Santa Fé niedergelassen. Dort bei Ihnen treffen wir uns alle wieder, feiern Geburtstag und genießen einfach nur das Leben.
Ein Besucher, der sich zum ersten Mal Panama angesehen hat, um eventuell seine Zukunft hier zu planen, brachte mir in dieser Woche netterweise ein paar Gläser Bauernleberwurst mit. Die passt gerade besonders gut zu den leckeren Baguettes aus Pedasi. Im Gegenzug habe ich mit ihm eine kleine Tour zur Zigarrenfabrik in La Pintada gemacht, wo er sich ein paar schöne Zigarren aus Panama mitnehmen wollte. Leider hatte die gute Señora nicht mehr als drei Packungen vorrätig, aber immerhin besser als nix.

Überhaupt freue ich mich immer, wenn ich den einen oder anderen Leser dieses kleinen Blogs hier auch mal persönlich kennenlernen darf. Es ist nicht so, daß ich nun alles weiß und alles kann, aber ich komme hier in Panama sehr gut zurecht und helfe gern wo immer es geht. Dafür verlange ich kein Geld. Wer dennoch etwas spenden möchte, zum Beispiel für den Unterhalt dieser Webseite oder für´n paar neue Reifen, dem bin ich natürlich auch nicht böse und dem mache ich es auch nicht unnötig schwer. Einfach den Paypal-Button auf der Webseite hier rechts anklicken !
Spay Panama
Seit dem Frühjahr habe ich zwei junge Katzen, die ich nun endlich mal kastrieren bzw. sterilisieren lassen möchte. Spay Panama ist eine Organisation, die sich auf Basis von Spenden, Sponsoren und mit freiwilligen Helfern um Straßenhunde bzw. -katzen kümmert, aber auch um die eigenen Haustiere. Mit mobilem Equipment machen sie im Oktober Station in meiner Nähe, in Rio Hato. Ich fahre am frühen Nachmittag mit meinen beiden Schnucki´s hin, brauche insgesamt drei Stunden und soll fünf Dollar pro Katze spenden. Mach ich aber nicht, denn diese tolle Freiwilligen-Arbeit und die sehr gute Organisation ist mir etwas mehr wert. Wie viel, das verrate ich nicht 🙂 Eine Tierarzt-Praxis jedenfalls hätte siebzig Dollar genommen, und Entlausung, Entwurmung, Desinfektion, Ohrreinigung und allgemeine Untersuchung wären auch nicht drin gewesen.
Beide Katzen haben´s gut überstanden, sind am Abend noch ein bisschen orientierungslos über die Terrasse gewankt und haben sich schnell von den Strapazen erholt. Danke, Spay Panama !
Hier geht es zur Webseite: http://pchan5.wixsite.com/spaypanama
Nochmal Pedasi
Wer sich in Panama eine eigene kleine oder große Existenz aufbauen möchte, noch dazu für wenig Geld in Pedasi, wer ein bisschen handwerklich begabt ist und auch sonst ein paar Renovierungsarbeiten nicht scheut, der kann sich dieses Angebot mal genauer ansehen ! Aber: Wenn weg dann weg !

(Klick auf das Bild für mehr Informationen)

























Sehr lecker, sofern man englisches Bier mag. Happy Hour ist immer von vier bis sechs Uhr mit einem Dollar Preisnachlass pro Pint.
OK, es gibt Rum-Cola auf Eis für zwei Dollar, gesponsert wurde das ganze u.a. vom lokalen Rumfabrikanten Ron Abuelo, Eintritt haben wir je 20 Dollar für einen Tisch zweite Reihe bezahlt. Die Halle ist nicht ausverkauft, aber mit etwa 1.500 Besuchern ganz gut gefüllt und die Menge geht richtig steil mit ! Alles super, hätte nie gedacht dass ich in Panama so einen Event in mal mitmache.


Einige Nachmittage verbringe ich in der coolsten Bar der Stadt, Mikes´s Global Grill. Es ist schließlich Fußball-EM und in der Runde mit anderen macht das Fußball-Gucken viel mehr Spaß. Durch die Zeitverschiebung von sieben Stunden laufen die EM-Partien hier am frühen Nachmittag. Es gibt gutes Essen, man lernt alle möglichen Leute kennen, vorwiegend Amerikaner die hier leben und auch Touristen. Empfehlenswerte Location !

Ich lasse mein Auto vor einer Brücke über den Rio Chiriqui Nuevo stehen und gehe zu Fuß etwa zwanzig Minuten bis zu den Quellen. Ich frage mich die ganze Zeit, wie man hierher eigentlich ohne Auto kommen soll, denn die Hauptstraße und auch der Ort Caldera liegen schon lange hinter mir und bis hierher fährt garantiert kein Bus…
Das Gelände ist in Privatbesitz, so muss jeder Besucher zwei Dollar Eintritt bezahlen. Es gibt hier insgesamt drei Quellen, die mit Steinen umgeben sind und damit eine Art großen Pool abgeben. In jedem Pool sitzen bereits ein paar Leute drin. Ich halte nur mal die Hand hinein. Das Wasser ist etwa 48 Grad heiß, wie mir zwei Kanadier berichten.
Sie müssen bis hierhin schon eine Weile gewandert sein und fragen mich, ob sie hier auf dem richtigen Weg sind. Ich sage ja und füge mit vollem Ernst hinzu, dass die Quellen heute wegen Wassermangel geschlossen seien.
Der höchste Berg Panamas liegt ebenfalls hier in diesen Bergen, der Volcán Barú. Er ist knapp 3500 m hoch und ein beliebtes, aber sehr kraftraubendes Ausflugsziel.
Wir haben Trockenzeit, ich bleibe zum Glück von Regengüssen verschont. Hier oben in den Bergen kann es jedoch auch in der Trockenzeit von Dezember bis April durchaus mal regnen, meist ist es so ein feiner, leichter Sprühregen.
Hierher in die Gegend um Boquete kommt man der Natur wegen. Ich brauche in bisschen Bewegung, stelle mein Auto ab und gehe etwa eine Stunde den „Sendero los Quetzales” entlang. Sendero bedeutet so viel wie Wanderweg, und der Quetzal ist ein sehr seltener, schwer zu beobachtender Vogel mit aussergewöhnlich langen Schwanzfedern.

Nach Boquete kommt man von David aus natürlich auch mit dem Bus. Diesen kann man am zentralen Bus-Terminal auch kaum übersehen, es fahren fast immer die schönen gelben US-Schulbusse dorthin.
Kurz vor dem Ortszentrum liegt rechter Hand das „Sugar & Spice“, eine Bäckerei mit Restaurant. Der Laden ist gut frequentiert, vor allem viele Senioren aus den USA oder Kanada sitzen hier beim Kaffee, ebenso auch viele Touristen.
Direkt darüber, im selben Haus, gibt es das „Towns Inn“, ein nettes Hostel mit Privat- und auch Mehrbett-Zimmern.