Boquete oder El Valle ? – Juni 2016
Wo ist es am schönsten, in Boquete oder El Valle ? Dieser Frage werde ich immer wieder mal nachgehen. Beide Städtchen liegen hoch in den Bergen und haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: sie sind touristische Highlights für Naturliebhaber und Wanderer, und sie sind beide absolute Top-Adressen für Auswanderer aus aller Welt dank ihres moderaten nicht ganz so heißen Bergklimas.
Boquete ist im direkten Vergleich etwas weiter „entwickelt“, d.h. etwas mehr „amerikanisiert“ oder „europäisiert“ als El Valle. Es gibt hier tatsächlich eine Vielzahl von guten Restaurants, Bars, Hotels, Pensionen und Geschäften für nahezu jeden Geschmack und Geldbeutel.
Boquete liegt mit etwa 1100 Metern über dem Meeresspiegel knapp doppelt so hoch wie El Valle. Damit kann es selbst tagsüber mal richtig kühl sein mit Tagestemperaturen so um die 20-22°C. Sogar jetzt im Juni herrscht an einigen Tagen richtiges Schmuddelwetter mit Nieselregen und Wind den ganzen Tag, etwa so wie an einem schlechten Frühlingstag in Deutschland.
Ich mache mal wieder ein paar Tage Station in Boquete, kehre wieder ins „The Town Inn“ ein und besuche meinen alten Freund Bob, dem ich Boquete immer wieder empfohlen hatte und wo er sich jetzt auch vor wenigen Wochen hinbegeben hat.
Einige Nachmittage verbringe ich in der coolsten Bar der Stadt, Mikes´s Global Grill. Es ist schließlich Fußball-EM und in der Runde mit anderen macht das Fußball-Gucken viel mehr Spaß. Durch die Zeitverschiebung von sieben Stunden laufen die EM-Partien hier am frühen Nachmittag. Es gibt gutes Essen, man lernt alle möglichen Leute kennen, vorwiegend Amerikaner die hier leben und auch Touristen. Empfehlenswerte Location !
Den Vergleich El Valle oder Boquete werde ich immer mal wieder aufgreifen, denn beide Orte gefallen mir sehr sehr gut, aber leider sind beide auch recht teuer, verglichen mit anderen Landesteilen…



Das kleine Bergstädtchen El Valle de Anton mitten auf dem Plateau eines erloschenen Vulkans hat es mir irgendwie angetan. Mit dem Auto bin ich auf der kürzesten Strecke in etwa einer Stunde von meinem zu Hause aus da. Jetzt gibt es aber noch eine von insgesamt vier Zufahrtsstraßen, die ich noch nicht kenne.
Grund genug also, mich mit Andreas zu einer kleinen Tagestour entlang dieser Route zu verabreden. Wie solls anders sein: es regnet heftig. Kein Spaß, da durch die Berge zu fahren und die vielen Schlaglöcher im Asphalt nicht immer rechtzeitig zu sehen ! Dennoch: So schlimm wird es dann doch nicht, und wir kommen an vielen Flüssen und Bächen vorbei, die sich zum Teil ihren Weg auf bzw. über die Straße gebahnt haben.
Einmal muss ich sogar mitten im Regen aussteigen, um einen herabhängenden großen Ast zu beseitigen, der uns ein wenig den Weg versperrt hat. Aber alles gut. Jetzt in der Regenzeit grünt und blüht hier alles, während in er Trockenzeit bis etwa Ende April doch alles ziemlich braun und staubig daherkommt.
Was mir an der ganzen Gegend nicht so gut gefällt, ist die Art der Wiederaufforstung ausschließlich mit Nadelbäumen, Pinien um genauer zu sein. In tropischer Umgebung wirkt es auf mich ein bisschen befremdlich, muss ich gestehen.
Einheimische dagegen finden es toll, denn Nadelbäume gelten hier in den Tropen eher als Exoten, etwa so wie bei uns Kokospalmen.
In wenigen Tagen fliege ich wieder für drei Monate nach Deutschland zurück. Im Januar 2016 hatte ich mir ja vier Dinge vorgenommen: Autokauf, Bankkonto eröffnen, Migration / Aufenthaltsgenehmigung beantragen und endlich mal nach Bocas del Toro fahren. Ich nehme es vorweg: Letzteres habe ich diesmal wieder nicht geschafft, aber dafür habe ich die wirklich wichtigen Dinge vorangebracht und bin vollauf zufrieden.
Ich lasse mein Auto vor einer Brücke über den Rio Chiriqui Nuevo stehen und gehe zu Fuß etwa zwanzig Minuten bis zu den Quellen. Ich frage mich die ganze Zeit, wie man hierher eigentlich ohne Auto kommen soll, denn die Hauptstraße und auch der Ort Caldera liegen schon lange hinter mir und bis hierher fährt garantiert kein Bus…
Das Gelände ist in Privatbesitz, so muss jeder Besucher zwei Dollar Eintritt bezahlen. Es gibt hier insgesamt drei Quellen, die mit Steinen umgeben sind und damit eine Art großen Pool abgeben. In jedem Pool sitzen bereits ein paar Leute drin. Ich halte nur mal die Hand hinein. Das Wasser ist etwa 48 Grad heiß, wie mir zwei Kanadier berichten.
Sie müssen bis hierhin schon eine Weile gewandert sein und fragen mich, ob sie hier auf dem richtigen Weg sind. Ich sage ja und füge mit vollem Ernst hinzu, dass die Quellen heute wegen Wassermangel geschlossen seien.
Der höchste Berg Panamas liegt ebenfalls hier in diesen Bergen, der Volcán Barú. Er ist knapp 3500 m hoch und ein beliebtes, aber sehr kraftraubendes Ausflugsziel.
Wir haben Trockenzeit, ich bleibe zum Glück von Regengüssen verschont. Hier oben in den Bergen kann es jedoch auch in der Trockenzeit von Dezember bis April durchaus mal regnen, meist ist es so ein feiner, leichter Sprühregen.
Hierher in die Gegend um Boquete kommt man der Natur wegen. Ich brauche in bisschen Bewegung, stelle mein Auto ab und gehe etwa eine Stunde den „Sendero los Quetzales” entlang. Sendero bedeutet so viel wie Wanderweg, und der Quetzal ist ein sehr seltener, schwer zu beobachtender Vogel mit aussergewöhnlich langen Schwanzfedern.

Nach Boquete kommt man von David aus natürlich auch mit dem Bus. Diesen kann man am zentralen Bus-Terminal auch kaum übersehen, es fahren fast immer die schönen gelben US-Schulbusse dorthin.
Kurz vor dem Ortszentrum liegt rechter Hand das „Sugar & Spice“, eine Bäckerei mit Restaurant. Der Laden ist gut frequentiert, vor allem viele Senioren aus den USA oder Kanada sitzen hier beim Kaffee, ebenso auch viele Touristen.
Direkt darüber, im selben Haus, gibt es das „Towns Inn“, ein nettes Hostel mit Privat- und auch Mehrbett-Zimmern.

Der große Dorfplatz ist richtig urig hergerichtet, viele Händler bieten ihr Kunsthandwerk und ihre landwirtschaftlichen Produkte an, natürlich hauptsächlich Orangen. Abends gibt’s Live-Musik und Tanz auf einer großen Bühne, es gibt Kinderkarusselle, Imbiss-Stände, Bierstände, Eis, Süßigkeiten und alle sind gut drauf, sofern sie noch nüchtern sind.
Sehr schön sind die fantasievoll hergerichteten Verkaufsstände aus Bambus und Stroh und die Orangen-Figuren, die teils sehr aufwändig extra für dieses Fest von den Besitzern in Handarbeit hergestellt wurden.
Hier findet ein richtig typisches, lokales Volksfest statt, ein echter Geheimtipp für Reisende ! Churuquita Grande ist gut mit dem Bus ab Penonomé zu erreichen, Fahrt etwa 25 Minuten.