Die San Blas Inseln in Panama
Schon lange wollte ich mal etwas zu den San Blas-Inseln in Panama schreiben. Allerdings war ich seit dem Bestehen dieses kleinen Blogs nicht mehr dort, denn mein bisher einzig(artig)er Besuch liegt bereits einige Jahre zurück, damals war ich noch Tourist hier in Panama. Ich werde demnächst auf jeden Fall wieder mal dorthin pilgern, aber das kann noch dauern.
Warum also nicht mal ausnahmsweise einen kleinen Griff ins Archiv machen ? Gerade verfolge ich besorgt die Vorgänge in Chemnitz und ich frage mich nur, wie lange es noch dauert, bis es auch anderswo in Deutschland so richtig kracht … ich meine … so RICHTIG ! Das macht mir schon ein paar Sorgen, auch wenn ich bereits glücklich und zufrieden hier in Panama lebe. Drum lenke ich mich hier und da mal ein bisschen ab, und ich habe dabei mal für Euch in meinem Archiv gekramt:
Was uns wieder zurück zu den San Blas Inseln bringt.
Vor ein paar Jahren hatte ich mir überlegt, die San Blas-Inseln am besten bei einem kleinen Segel-Törn zu erkunden und dabei gleich weiter bis nach Cartagena / Kolumbien zu segeln. Nach einigen Recherchen im Netz war ein Boot und eine Tour mit Vollverpflegung gefunden, sechs Tage, fünf Nächte, davon anderthalb Tage über die offene See nach Cartagena.
Das ist auf den ersten Blick so ein typischer „Backpacker“-Trip, aber meiner Ansicht nach die beste Variante, ein paar Inseln und ein paar Dörfer näher kennenzulernen.
Die Guna Yala-Indios, welche nahezu komplett ihre Autonomie und ihre eigene Kultur erhalten haben, steuern und managen auch den Tourismus in ihrem Gebiet vollkommen autonom.
Aber lange Rede kurzer Sinn: Die San Blas-Inseln an Panamas Karibikküste bis hinunter nach Kolumbien sind wirklich einmalig schön und entsprechen mehr als nur den typischen Karibik-Postkarten- Impressionen ! Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass der Tourismus und auch der wachsende bescheidene Wohlstand der Gunas auch einige Nebenwirkungen haben: Unter anderem das allseits bekannte Müllproblem, welches schnellstmöglich, landesweit, weltweit mal endlich angegangen werden muss !
Natürlich geht so eine Reise bei mir nicht ohne kleine Anekdoten vorüber: Als Sammler und Liebhaber aller möglichen teils kuriosen Erinnerungsstücke aus Film, Kunst, Musik oder eben von meinen Reisen, bin ich natürlich auch auf die Revolutions-Flagge der Gunas aufmerksam geworden, die an nahezu jedem Boot und jedem Haus angebracht ist.
Sammelleidenschaft
Als Sammler wollte ich natürlich auch so eine Flagge haben, denn eine klassische „Mola“, eine kunstvolle Stick-und Näh-Arbeit der Guna-Frauen, habe ich bereits. Also, woher nehmen ?
Da sah ich bei einem Dorf-Spaziergang so eine Flagge hoch oben an einem Haus hängen. Ich fragte die Bewohnerin, ob ich diese Flagge haben könnte. „Nein“, meinte sie, „aber ich kann Dir schnell eine nähen“. Hmm, die Zeit war knapp und ich musste zurück zum Boot denn wir wollten weiter. Ich konnte die Gute schließlich überreden, ihren Sohnemann aufs Dach zu schicken, um mir die Flagge für zehn Dollar herunter zu holen.
Ich sags nur noch mal zur Sicherheit: Diese Flagge hat für die Gunas eine ganz entscheidende historische Bedeutung, das weiß ich sehr wohl zu respektieren, auch wenn das Design dieser Flagge auf mich sicher etwas „befremdlich“ wirkt. Ich bin aber Sammler und habe gerne auch mal ein paar „kuriose“ Dinge dabei. Nachlesen könnt Ihr das alles auch hier, was die Geschichte der Gunas und ihre Symbole betrifft.

Anreise zu den San Blas-Inseln:
Nahezu alle Hotels und vor allem Hostels in Panama City bieten unterschiedliche Touren an. Meistens sind es Drei-Tages-Trips, Abfahrt per Shuttle morgens früh zwischen fünf und sechs Uhr, Kosten zwischen 150 und 250 Dollar je nach Service-Paket.
Viele Touranbieter, darunter auch deutschsprachige Skipper, haben auch einen eigenen Facebook- oder Internet-Auftritt. Da lohnt sich das „googeln“, so habe ich es seinerzeit gemacht.
Eine Anreise auf eigene Faust ist für Erstbesucher sicher etwas schwierig, da die Gunas alles in allem doch recht restriktiv sind, was Anfahrt, Unterkunft, Steuern und Gebühren betrifft.
Wer etwas abenteuerlustiger ist und mehr Zeit hat, der fährt einfach mal die Costa Arriba hinauf z.B. nach Portobelo oder nach Puerto Lindo, wo viele Skipper aus aller Welt anlegen und auch individuelle Trips zu den San Blas-Inseln anbieten. Einfach mal in den Yachthäfen (Marinas) bzw. den örtlichen Unterkünften nachfragen !























































Zuletzt war ich vor knapp zwei Jahren dort oben in Santa Fé und habe mir die wirklich atemberaubende Berglandschaft und den Fortschritt der Bauarbeiten angesehen. Doch wie sieht es heute dort aus ?


Nun, ich nehme es mal vorweg: Nein, noch nicht ganz. Es ist ein Fluss, der uns nach etwa 10 km guter befestigter Schotterpiste aufhält. Das Wasser ist zwar nicht mal knietief, aber der recht steile Abhang hinab und später wieder hinauf wäre wohl zu viel für unsere Autos bzw. deren schlechte Bereifung. Wir beobachten dennoch ein paar andere Autos, vor allem Baufahrzeuge, die mühelos den Fluss durchqueren. Sieht schon spektakulär aus, vor allem die drei Kids haben einen Heidenspaß !






mit die einfachsten und kostengünstigsten Einwanderungsbestimmungen, gerade für EU-Europäer.
Bereits im Flieger bekommst Du eine Zollerklärung auf englisch und spanisch ausgehändigt, die Du ausfüllen musst (persönliche Daten, Grund bzw. Zweck Deiner Reise, was hast Du zu verzollen, wo ist Dein Aufenthaltsort in Panama und so weiter, ganz einfach eigentlich).

Die Regenzeit beginnt auf der Pazifikseite Panamas allgemein im April oder Mai und dauert allgemein bis etwa Dezember. Regenzeit bedeutet allerdings nicht, dass es hier nun pausenlos, tagelang, jeden Tag schüttet! In der Regel scheint vormittags meist die Sonne, bevor es sich gegen Mittag, frühen Nachmittag zuzieht und dann doch mal so ein heftiger Tropenschauer herunterkommt. Der kann dann schon mal zwei Stunden andauern und wirklich alles überfluten, vor allem Straßen und Wege. Es gibt auch hin und wieder ein paar Tage, wo es normal regnet, auch schon morgens, und natürlich gibt’s auch viele Tage ohne Regen. Aber ist Regen so schlimm ? Ich finde nicht, denn er versorgt uns mit Wasser und nur durch den ergiebigen Regen kann sich diese tropische Pflanzenvielfalt und eine üppige Natur entwickeln !
Die Trockenzeit, hier Sommer genannt, hatte jetzt Anfang 2018 doch ein wenig Verspätung, denn noch weit nach Weihnachten, zu Silvester und auch jetzt noch weit in den Januar hinein gab es doch noch einige Regentage, allerdings nicht so heftig. Das Schöne an der Trockenzeit ist die relative Planungssicherheit für alle Unternehmungen, das nicht so Schöne ist der meist heftige Wind, der Staub, die knallige Sonne den ganzen Tag und die zunehmende Austrocknung der Natur so ab Februar, März.
Auch in Panama gibt es eine Menge nationaler, regionaler und saisonaler Feiertage. Fällt ein nationaler Feiertag beispielsweise auf einen arbeitsfreien Sonntag, so wird er automatisch auf den nächsten Arbeitstag verlegt. Bei ganz besonderen Ereignissen kann auch schon mal kurzfristig ein Feiertag ausgerufen werden, wie zum Beispiel Ende 2017, als Panamas Fussball-Nationalmannschaft die WM-Qualifikation geschafft hatte.
Je nach Jahreszeit und je nach Ortschaft oder Provinz gibt es in Panama eine Vielzahl an Volksfesten, Ausstellungen, Feierlichkeiten und Jahrmärkten. Oft haben diese Feste einen religiösen oder historischen Hintergrund, den ich selbst leider nicht immer ganz verstehe, oder es handelt sich um ein Fest zu einem ganz bestimmten Thema, z.B. Früchte, Kaffee, Blumen, Fisch, Folklore und vieles mehr. Eine recht übersichtliche Auflistung vieler Festivals und Ferias habe ich hier gefunden : 
In Panama gibt es keine Schwerindustrie und auch keine Kohle- oder Kernkraftwerke. Dichten Autoverkehr mit Mega-Staus kenne ich auch nur aus Panama City und dem näheren Umland. Insgesamt also kannst Du hier in Panama von unbelasteter Luft und sauberem Wasser ausgehen, jedenfalls auf dem Lande. Sogar das Leitungswasser ist direkt trinkbar. Jedoch in abgelegenen Orten, auf Inseln und in direkter Küsten-Nähe ist etwas mehr Vorsicht geboten, was die Wasserqualität betrifft.
In Panama gibt es kein Meldegesetz. Das bedeutet, dass Du Dich als Tourist und auch als Bewohner des Landes nirgendwo an- oder abmelden musst, wenn Du Deinen Wohn- oder Aufenthaltsort im Lande wechselst. Auch Dein Auto musst Du bei einem Wohnort-Wechsel nicht ummelden. Zu verschiedenen Anlässen oder für einige Dienstleistungen benötigt man in Panama aber dennoch einen Wohnsitz-Nachweis. Diesen erbringt man eben mit einer Wasser- oder Stromrechnung, der eigenen oder mit der eines Freundes.
Modernstes Großstadtleben in Panama City und traditionelle indigene Lebensart nur ein oder zwei Stunden entfernt bilden einen Kontrast, wie er nur selten irgendwo anders zu sehen ist. Kühles Bergklima im Hochland der Provinz Chiriqui und nur ein, zwei Autostunden entfernt schwül-warme tropische Strände und Inseln am Pazifik sollen hier nur mal als Beispiele für die Vielfalt Panamas stehen.



Dieser liegt kurz vor dem kleinen Örtchen Olá und wird „Los Chorros de Olá“ genannt. Dort bin ich schon mehrmals vorher gewesen. Bisher habe ich aber nie den kleinen versteckten Pfad gefunden, der näher an den Wasserfall und bis hinunter an das Becken führt. Na mal sehen, die beiden Mädels haben vielleicht bessere Spürnasen als ich. Der ziemlich vom Regen ausgewaschene Hauptpfad bzw. das Gelände links und rechts ist natürlich mit Draht eingezäunt, kein Durchgang, Hinweisschilder sowieso nicht, nichts.. Doch da, links, hinter einem kleinen Strauch, sieht das dahinter nicht wie ein Pfad aus ? Jupp. Wir laufen etwa fünf Minuten den ziemlich zugewucherten Pfad entlang und stehen dann plötzlich genau unterhalb des wirklich riesigen Wasserfalls. Das ist schon echt beeindruckend ! Keine Niagara-Fälle, ok, aber dennoch höchst imposant.


Toller Tag, mal wieder neue Entdeckungen in meiner näheren Umgebung gemacht, zwei Menschen wieder ein Stückchen Panama näher gebracht, was willste mehr ? Das Leben hier ist schön !





Dann, nach etwa einer Stunde, tauchen etwas weiter weg von uns die ersten Fontänen auf. Natürlich schaue ich selber gerade in die andere Richtung. Aber, da, wieder welche und endlich sind auch die majestätischen Tiere zu sehen. Buckelwale. Klar, es ist verdammt schwer, im richtigen Moment den Kamera-Auslöser zu erwischen, noch dazu aus einiger Entfernung. Macht nichts, die besten Bilder speichert eh das Gehirn. Insgesamt bekommen wir gut zehn oder zwölf Wale zu sehen, ein gutes Walergebnis.





Es ist mal wieder Zeit für eine kleine Entdeckungstour durch die Lande, also mache ich mich mit einem Freund auf in die nähere Umgebung des Dörfchens Olá in der Coclé-Provinz.



Auf dem Rückweg komme ich vielleicht etwas zu schnell an einer Betonbrücke an, die einen ziemlich steilen Winkel zur Fahrbahn hat. Sieht man erst gar nicht, aber ich setze mit dem Wagen ziemlich heftig auf, zum Glück ist aber nix passiert. Ein Pkw wäre an dieser Stelle vielleicht steckengeblieben oder unten aufgerissen.


Jedenfalls – das junge Pärchen ist glücklich, dass ihr Bus wieder auf der Straße steht und alles gut gegangen ist. Pannenhilfe in Panama – sie funktioniert offenbar selbst in der verlassensten Gegend, wie ich selbst ja schon drei mal erleben konnte.
Sie meinten nur: Kein Problem, wir nehmen jetzt mit was auf den Laster eben drauf passt. Alles auf einmal geht natürlich nicht. Aber wir kommen gerne morgen und übermorgen nochmal. Cool denke ich, ob das auch klappt ? Jupp, sie kamen zwei mal extra für mich und konnten alles bis auf zehn Säcke mitnehmen. Und das bei null Dollar Müllgebühren ! Natürlich hab ich den beiden ein Trinkgeld und einen Sixpack Bier spendiert und die verbliebenen zehn Säcke selbst ins Meer gekippt…pardon… kleiner Scherz, zur Müllhalde gebracht natürlich. Mann bin ich froh, dass das so unkompliziert geklappt hat ! Danke Jungs !!












Nach knapp einer Stunde nähern wir uns wieder dem Heimatflughafen mit fantastischem Blick auf Coronado, San Carlos, Farallon und die weit dahinter aufsteigende Gebirgskette um El Valle de Anton. Ein toller Tag hier oben über dem Pazifik, über den Perleninseln und am Strand von Isla Contadora ! Danke Jürgen, bis zum nächsten Mal !
San Carlos und Coronado, im Hintergrund die Berge um El Valle

Warum erzähle ich das ? Zum einen bin ich nach wie vor begeistert von der landschaftlichen Vielfalt hier in Panama, Berge und Meer liegen meist nicht weit auseinander. Zum anderen bin ich ja auch gerne abseits der bekannten Pfade unterwegs, was das Reisen und Entdecken noch einen Tick interessanter macht, finde ich.